Wie erleben wir die Situation, in der wir uns gerade befinden?

Jeder erlebt eine Situation entsprechend seiner eigenen Bewusstseinsebene. Die Situation kann tragisch, traurig, ängstlich oder jämmerlich erscheinen, aber auch das Gegenteil, nämlich herausfordernd, aufregend oder heilend. Befinden wir uns im Bewusstseinsfeld der Angst, sind wir auf unseren eigenen Vorteil aus und entschlossen, uns vor weiteren Angriffen zu schützen. Wir sind fassungslos, wütend, suchen die Schuld im Außen, urteilen und verurteilen - so, wie wir immer reagieren, wenn wir uns angegriffen fühlen. 

 

Auf höherer Bewusstseinsebene erfahren wir eine ganz andere Wahrnehmung. Wir haben Mitgefühl, helfen unseren Mitmenschen, wo immer möglich, sind mit der Situation im Frieden,  gehen in die Wehrlosigkeit, bleiben ruhig, sind dankbar und schätzen alles, was wir erleben. Wir gehen nach innen und schöpfen Kraft.  Die Schönheit und der Sinn des Lebens bleiben von der Situation unberührt. 

 

Wenn wir jetzt alle zuhause sitzen, bekommen wir die wunderbare Gelegenheit, unsere eigenen Gedanken und Reaktionen zu beobachten. Wer bin ich in dieser Situation? Wer möchte ich sein? Wem habe ich noch nicht vergeben? Abgesehen davon, dass wir alle gesundheitlichen Vorkehrungen treffen, wäre die einzig korrekte Antwort die, dass wir in der Situation eine friedliche, vergebende Person sein möchten. Wir wählen Frieden, was eine ganz einfache, bewusste Entscheidung ist, die wir im  Verstand treffen. Eine Entscheidung, die sich auch auf unseren Körper auswirkt, denn der Körper ist eine Projektion des Verstandens. Die Entscheidung für Frieden stärkt somit den Körper.

 

Sich für Frieden zu entscheiden, ist eine innere Angelegenheit. Er muss bei den eigenen Gedanken beginnen und sich dann nach außen ausdehnen. Unser Geistesfrieden ist es, aus dem eine friedliche Wahrnehmung der Welt entsteht. Dann sind wir bereit, mit ihr mitzuziehen. Es zieht sie zur Liebe. Es zieht sie zur Freude. Und sie wird nicht mehr auf uns warten. Sie folgt dem Ruf - mit oder ohne uns. Wir dachten, wir könnten sie kontrollieren, doch wir sind lediglich ein beobachtender Zeuge. Das Leben ist eine fortwährende Darbietung an Vielfalt, über die wir keine Kontrolle haben. Mal richtet es sich in die eine Richtung aus, mal in eine andere.

 

Mit diesem kleinen Gebet können wir den Drang, alles kontrollieren zu müssen, loslassen:

 

"Vater Unser, wir befinden uns in einer angsterfüllten Situation, die wir nicht mehr unter Kontrolle haben. Wir bitten DICH um DEINE HILFE. Auch wenn unser Leben nie mehr so sein wird, wie es war, wir lassen es los und übergeben DIR unsere Verzweiflung, unsere Ängste, unsere Sorgen. Was auch immer DEIN WILLE für uns ist, wir stimmen zu. Amen."